Schriftgröße

Kostenfrei Rebalancing erleben

Newsletter abonnieren

Jeder Gedanke der Isolation, also ohne Bezug zum uns umgebenden Leben, ist eine Illusion. Allein schon unser Atem lässt das Äußere in uns hinein und gibt unser Inneres nach außen. Ebenso beruht unser Stoffwechsel auf Gegenseitigkeit. Das Fremde wird zum Eigenen. In unserer Wahrnehmung sind wir auf das „Andere“ angewiesen. Leben findet nur in einem Netzwerk statt. In einem Gewebe, in dem alles mit allem verbunden und damit auch voneinander abhängig ist. Wie soll in einem solchen Gewebe das „Stärkere“ siegen?


Das Bild der Gegenseitigkeit ist die Basis für unseren Körper in der Körpertherapie. Alle Zellen und Organe sind aufs engste miteinander verbunden, ja verflochten. Isolation und Einsamkeit haben in diesem Netzwerk keine Basis. Die gemeinsame Sprache für alles Lebendige wäre das Empfinden. Die „schöpferische Ökologie“ lässt ein neues Bild vom Leben wachsen. Dabei lassen sich das Entstehen und Verhalten alles Lebendigen nur anhand von Gefühlen verstehen.

 

Intelligentes Wachstum

 

Unser Körper hat spürbar und sichtbar ein Ziel: Er will leben, sich ausdehnen, sich fortpflanzen und in empathischer Form Subjekt sein. Er strebt nach Autonomie und nach der Begegnung mit anderen Lebewesen, an denen er sich selbst erkennen kann.


Andreas Weber schreibt: »Wie vom Selbst eines Wesens, wenn wir in seine Tiefe vorstoßen, kein fester Punkt mehr bleibt, so ist auch das eigene Wohl weitgehend dem Anderen geschuldet. Wir brauchen den gnädigen Blick der fremden Augen, wenn wir uns selbst kennen lernen wollen. Der wahre Ort aller Werte ist darum das Netz. Gelingendes Leben ist das Leben, das die Beziehungen in diesem Geflecht vervielfältigt, das keine von ihnen abschneidet, vorhandene verstärkt und neue webt. Wir sind nichts ohne die Natur. Denn wir stehen ihr nicht gegenüber. Wir sind eine Falte ihres unendlichen Gewebes.«

 

Das Fasziengewebe als Netzwerk

 

Dieser Gedanke des Netz(werk)es könnte ebenso eine Beschreibung unseres Fasziengewebes sein, das in der Rebalancing-Körpertherapie überwiegend berührt wird, das uns formt, auskleidet und mit Leben füllt. Unser reichstes Sinnesorgan sind unsere Muskeln inklusive deren Faszien. Ein Muskelnerv besteht aus dreimal so vielen sensorischen (der Wahrnehmung dienenden) wie motorischen (der Bewegung dienenden) Neuronen. Unsere Sinneswahrnehmungen für die Erhaltung des Gleichgewichts sind für unseren Organismus wichtiger als die Organisation unserer Bewegungen.

 

Faszien können sehr fest (Sehnen, Bänder), sehr locker (Drüsen), umhüllend (Organe) und stützend (Muskeln) sein und garantieren uns Funktionsfähigkeit und Aufrichtigkeit. Sie stehen mit unseren Zellen ununterbrochen in Kommunikation, vom Zellinneren zum Gewebsäußeren und umgekehrt. Sie können eigenständig Entscheidungen treffen. Neben der Wahrnehmungsfähigkeit können sie sich unabhängig vom Gehirn erinnern und in einem gewissen Maß die meisten unserer Verletzungen berichtigen. Gelingt ihnen dies nicht mehr, beginnt unser Körper aus dem Gleichgewicht zu geraten, mit all den Folgen von Krankheit und Degeneration.

 

Mit den Händen ist es möglich, die Faszien dabei zu unterstützen, Stress aufzulösen und dem Körper Unterstützung zu geben, damit er sich wieder regenerieren kann. Oft empfinden Klienten während einer Behandlung plötzlich alte Gefühle, Gerüche oder Erinnerungen stark. So wie O., der seit einem Jahr ungewöhnliche Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks hatte. Als ich dort und in verbundenen Regionen Spannungen und Verdrehungen löste, stieg in ihm eine starke Traurigkeit hoch. Oder B., die die Wunde einer Bandscheibenoperation förmlich wie eine »offen daliegende Wunde« empfand. Als ich selbst einmal eine Rebalancing-Behandlung bekam, nahm ich plötzlich den Geruch eines Narkosemittels wahr, das ich in einer vor Jahren zurückliegenden Operation bekommen hatte.

 

Faszien und Einklang

 

Die Faszien entwickeln sich aus einem Keimblatt, dem Mesoderm, fortdauernd und intelligent zu wichtigen Körperstrukturen. Ausgehend vom Augenblick der Zeugung vereinigen, verbinden und durchdringen sie alles in unserem Körper. Dieser Prozess des Entstehens, Reifens und Wachsens findet kontinuierlich in einem eigenen Rhythmus statt. Man kann wohl sagen, dass dieser Rhythmus mit dem Zusammentreffen und Verschmelzen des Spermiums mit der Eizelle begann. Diese Grundbewegung ist die Basis für alle Bewegungen, die uns bis heute und bis zu unserem Tod hin begleiten, wie die ununterbrochenen Bewegungen des Meeres.


Ganz gleich, was wir tun, die größte Gefahr für uns besteht darin, dass wir über längere Zeit etwas machen, ohne uns eingebunden zu fühlen. Es ist, als ob sich eine Zelle oder ein Organ aus dem abgestimmten Rhythmus löst. Das führt irgendwann in die Krankheit. Wenn ich etwas im Leben lerne, ist es die Einsicht, dass ich nicht die wichtigste Person auf der Welt bin und auch nicht sein muss. Viel wichtiger ist es, meinen Platz in dieser Welt, diesem Leben, diesem Bild der Ganzheit zu finden, welches meine Vorstellungskraft bei weitem sprengt.

 

Im Bauch der Mutter sind wir in Resonanz mit ihr. Unser Leben beginnt normalerweise mit der Erfahrung von Harmonie. Wir sind im Einklang mit allem. Bei unserer Geburt verlassen wir diesen Resonanzraum und betreten einen anderen Raum, den der Welt, in der wir auch heute noch leben. Gelingt es uns, bewusst mit unserem Herzen in Verbindung zu sein, dem wohl stärksten Impulsgeber, dann sind wir im Kontakt mit allen Herzen dieser Welt. Wir erleben unseren Eigenrhythmus und sind zugleich mit allem, was lebt, verbunden.

 

Verbindung und Balance

 

Sollten die Befürchtungen der Wissenschaft eintreten, werden Depressionen nach Herz-Kreislauf-Krankheiten bis zum Jahre 2020 die weltweit zweithäufigste Gesundheitsstörung sein. Die zunehmende Entfremdung von der Natur spielt dabei eine entscheidende Rolle. Über das Fühlen kommen wir in Verbindung mit allem, was lebt – in und um uns herum. Menschen suchen die Verbindung zu Tieren und Pflanzen, weil der Mensch mit seinem Körper Natur ist. Deswegen lautet das existentielle Thema für uns Menschen das Gleichgewicht – die Balance – zu leben, in uns und mit allem, was lebt.


Wenn Du Dir erlaubst, Dich einzuschwingen, Teilnehmer in einer großen Symphonie zu sein, bei der jedes Instrument wichtig ist, wirst Du Dich sicherer und bodenständiger in Deinem Leben fühlen. Dir wird bewusst, dass z.B. eine momentane Krise auch zu Deinem Grundrhythmus gehören kann. Rhythmus, Schwingung, Veränderung sind Leben. Du bist Teil davon, es ist Dein natürlicher Zustand.

 

Zurück