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Kostenfrei Rebalancing erleben

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Sich für neues Wissen zu öffnen und für die Fähigkeit, die Dinge neu zu betrachten, bildet den Boden für viele Therapien. Manchmal kann Neues schmerzhaft sein. Auch in der Rebalancing-Behandlung kommt das vor. Verstehst Du jedoch, aus welchem Grunde dies so ist, reduziert sich Deine Angst vor dem Schmerz. Das wirkt sich beruhigend auf Dein gesamtes Körpersystem aus.

 

Viele Klienten kennen nur die Alternative, entweder ihre Schmerzgrenze überwinden zu müssen oder dem Schmerz die Leitung ihres Lebens zu überlassen. Ich plädiere jedoch dafür, dass Du Deine Schmerzen verstehen lernst. Mein Klient P., ein Student, bekam immer vor Prüfungen starke Kopfschmerzen. Als er aber verstand, dass er innerlich noch immer unter dem Druck stand, die Erwartung guter Zensuren seines Vaters zu erfüllen, verschwand sein Kopfschmerz, und zwar augenblicklich, direkt vor meinen Augen. Wenn Du Deinen Schmerz verstehst, empfindest Du ihn nicht mehr als bedrohlich. Dein körperliches Schutzsystem kommt zur Ruhe und Dein Immunsystem wird gestärkt.

 

Wer hat schon gerne Schmerzen? Wenn sie da sind, will man sie so schnell wie möglich wieder loswerden. Das ist verständlich. Aber Du solltest Dir auch bewusst machen, dass Schmerzen ein wichtiger Teil des Lebens sind, denn sie beschützen Dich und alarmieren Dich bei Gefahr, oft, bevor es noch schlimmer wird, wie beispielsweise bei einem Hexenschuss. Du beginnst sofort, Dich anders zu verhalten und verhinderst dadurch Schlimmeres.

 

Ich glaube, dass uns alles Schmerzen verursacht, was unser Gehirn als bedrohlich für uns einschätzt, und dass umgekehrt Probleme an Deinen Gelenken, Muskeln, Nerven oder Bandscheiben dann keine Schmerzen bereiten, wenn Dein Gehirn davon ausgeht, dass sie keine primäre Gefahr darstellen. Es gibt Berichte über Kriegsveteranen, die ganze Körperteile verloren oder traumatische Amputationen ohne Schmerz erlebt haben. Manche Zahnbehandlungen finden unter Hypnose statt. Manche Sportler sind noch zu Höchstleistungen fähig, obwohl sie verletzt sind. Es gibt viele Faktoren, die bei der Schmerzerfahrung eine Rolle spielen, doch die Gehirnforschung sagt eindeutig, dass nur Dein Gehirn entscheidet, ob Dir etwas weh tut oder nicht.

 

Die unnötige Operation

 

Vor nicht allzu langer Zeit neigte die Schulmedizin dazu, Bandscheibenvorfälle möglichst schnell zu operieren, denn die Patienten wollen möglichst schnell ihre Schmerzen loswerden. Wie meine Klienten berichten, untersucht scheinbar kaum ein Allgemeinarzt oder Orthopäde noch körperlich. Dem ist natürlich nicht so. Aber für viele scheint es neben der Spritze keine Alternative zu geben. Die verschafft zumindest für ein paar Stunden Ruhe – auch dem Arzt.

 

Eine tiefgehende diagnostische Untersuchung, bei der auch angefasst werden muss, ist anscheinend Privileg einiger weniger. Wenn weder Spritzen, Tabletten, Krankengymnastik oder Massagen helfen, folgt meist die Computertomographie. Und dann? Dann bekommt man zu hören, dass man damit leben müsse oder: »Ihnen fehlt nichts, versuchen Sie es doch einmal mit Psychotherapie.« Sollte auf den Bildern allerdings ein noch so geringer Bandscheibenvorfall gefunden werden, wird schnell eine Operation vorgeschlagen. Jedes Jahr werden in Deutschland 180000 Hüft- und 60000 Knieprothesen eingesetzt. Hinzu kommen 60000 Bandscheibenoperationen und 150000 Knie-Spiegelungen. Das sind mehr als 1200 Operationen pro Tag. Und trotzdem werden wir anscheinend immer kränker. Da stimmt doch was nicht.

 

Orthopäden am Zentrum für Molekulare Orthopädie in Düsseldorf haben nach einer Analyse von rund 1200 Fachpublikationen, darunter die weltweit größte klinische Studie mit 1244 Bandscheibenpatienten, festgestellt, dass orthopädische Operationen selten den gewünschten Erfolg haben. Sie helfen oft nur kurzfristig, mittel- und langfristig zeigen sich zwischen operierten und nicht operierten Patienten keine signifikanten Unterschiede.

 

Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen amerikanische Ärzte, die im »Journal of the American Medical Association« eine Studie veröffentlichen, in der etwa fünfhundert Patienten mit ausstrahlenden Rückenschmerzen beobachtet wurden. Ein Teil von ihnen wurde operiert, ein anderer Teil erhielt Krankengymnastik und Anleitungen für zu Hause. Schmerzempfinden, Funktionseinschränkungen und Arbeitsausfälle wurden zwei Jahre lang beobachtet. In beiden Gruppen waren zwei Drittel der Patienten mit der erzielten Schmerzlinderung zufrieden.

 

Dr. Eugene Carragee, Orthopäde an der Stanford University, beobachtete, dass Patienten mit Rückenschmerzen eine schlechtere Prognose haben, wenn sie privat oder am Arbeitsplatz psychischen Belastungen ausgesetzt sind, sich etwa beispielsweise gemobbt fühlen.

 

In einer anderen Studie sollten Radiologen und Orthopäden Röntgenbilder von Patienten bewerten, die sie nicht kannten. Die Doktoren diagnostizierten in einem Drittel der Fälle therapiebedürftige Deformationen, davon einige, bei denen eine Operation unumgänglich erschien. Hinterher erfuhren sie, dass ihnen Bilder von beschwerdefreien Studenten vorgelegt worden waren. Denen, die Beschwerden haben, ergeht es oft umgekehrt. Ärzte finden bei neunzig Prozent der Leidenden keinen Auslöser, jedenfalls keinen, der sich in Röntgenbildern oder Blutwerten dingfest machen ließe.

 

Eine andere Studie**[Netzzeitung.de vom 6. November 2002] besagt, dass sogar jede zweite von einem Arzt gestellte Röntgendiagnose falsch sei. Der Chirurgie Professor Jürgen Harms berichtete, zwei Drittel seiner Zeit darauf zu verwenden, die in Operationen verursachten Fehler seiner Kollegen operativ zu korrigieren. Er bemängelt, dass es in Deutschland keine Qualitätskriterien dafür gebe, wer operieren darf. Es waren erschreckende Bilder, die er mitgebracht hatte, zum Beispiel ein von Zement zerfressener Wirbelkörper, der zwei Jahre zuvor eingesetzt worden war, um die Wirbelsäule zu stabilisieren. Laut Professor Harms gibt es pro Jahr ca. 70000 Operationen an der Wirbelsäule. Für ihn sind das 30–35000 zuviel. Im Übrigen geht es zirka fünfzehn Prozent aller Patienten nach einer herkömmlichen Bandscheibenoperation schlechter als vorher.

 

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